2 Punkte aus 3 Spielen und dabei erst 3 Tore geschossen, aber schon 4 bekommen. Welche Bilanz liegt uns wohl hier vor? Gladbach? Mainz? oder doch Leverkusen? Nein, der Rekordmeister aus Deutschland, der FC Bayern München, muss sich mit diesem durchaus katastrophalen Saisonstart begnügen und das obwohl unter van Gaal doch alles besser werden sollte - kleine Randnotiz: Klinsmann hatte zu dieser Zeit immerhin schon 5 Punkte erzielt. Doch woran liegen diese schwachen ersten Partien? Ich hab mir mal Gedanken gemacht!
Transferpolitik: Die Transferpolitik der Bayern im letzten Jahr war für mich mehr als nur mäßig, die Bayern verpflichteten unter anderem die beiden Spieler Braafheid und Pranjic aus Holland, die dort, was schon vorher bekannt war, eben durchschnittliche Spieler dieser Liga waren. Da fragt man sich gleich, ob der Durchschnitt von Holland allen ernstes in die Bundesliga passt, zu dem wohl besten Verein dieses Landes. Weiterhin verpflichtete Klinsmann noch Tymochchuk, den Ukrainer für 11 Millionen, er war aber keinesfalls der Wunschspieler von van Gaal, erhielt nie das richtige Vertrauen und ist auch nur Ersatzmann hinter van Bommel. Baumjohann hingegen ist ein junger, talentierter Spieler, wird jedoch beim FC Bayern zu schnell verbraten, er hätte lieber noch 3-4Jahre bei einem kleinerern Club bleiben sollen, er ist noch nicht reif für so eine große Aufgabe. Das wird ähnlich wie bei Podolski ablaufen. Die einzigen beiden guten Verstärkungen sind Gomez, Olic, die wirkliche die Klasse haben, beim FCB zu spielen.
Aufstellung: In den ersten Spielen spielte van Gaal mit der klassischen “10″ hinter den Spitzen, jedoch gab es bei den Bayern keinen Spieler, der die nötigen Fähigkeiten für diese wichtige Position mitbringt. Desweiteren lies van Gaal den immer stärker werdenden Olic auf der Bank, während der deutsche Nationalspieler Klose eine schwache Leistung nach der anderen zeigte. Der holländische Trainer sagte, dass er keine Angst vor großen Namen habe, jedoch hätte er Klose früher auf die Bank setzen müssen.
Die Mannschaft Abwehr: Lahm,Badstuber,van Buyten,Braafheid. So hieß die Verteidigung des FCB gegen Mainz, das ist ja schon ein Graus an sich. Lahm ist der einzigste von diesen Vieren, der sich mit dem Format “Weltklasse” schmücken darf. Lucio, der Brasilianer, wurde leichtsinnig nach Mailand abgegeben, obwohl man nun auf dieser Innenverteidigerposition dringend jemanden benötigt. Badstuber ist ein guter, junger Verteidiger, aber er brauch auf jeden Fall einen stabilen, robusten Verteidiger neben sich, der ihn stützt, aber diesen bekommt er in van Buyten nicht. Notfalls hätte man auch noch Breno auf der Bank, ein sehr gutes Talent, welches aber in München nie richtig Fuss fassen konnte.
Die Mannschaft: Tor: Es kann eigentlich wirklich nicht sein, dass ein Weltclub, wie der FCB die zweite Saison hintereinander mit einem “Rensing” angeht. Das erste Tor gegen Mainz war mal wieder deutlich haltbar, ein guter Torwart hält diesen einfach. Man hätte mit Sicherheit genug Auswahl auf dieser Position gehabt, die Rensing würdig ersetzt hätten, auch wenn Neuer nicht wollte.
Die Mannschaft: Sturm: Ich ziehe den Sturm kurz vor, da ich dort die wenigsten Probleme der Bayern sehe: Gomez und Klose sind gestandene Nationalspieler und auch Olic ist ein wirklich guter und für die Bayern geeigneter Stürmer und in der Hinterhand hat man noch den jungen Müller, der Sturm stimmt soweit.
Die Mannschaft: Mittelfeld: Das Problem Timochchuk haben wir schon etwas früher thematisiert, aber im Normalfall ist van Bommel auf der “6″ vor der Abwehr ein guter Abräumer, der seinen Mitspielern mit Kampf und Einsatz unterstützt - so einer fehlte eben in Mainz. Ribéry ist ein Top Spieler, wenn er nur endlich wieder voll und ganz fit werden würde und dann zu seiner alten Form finden würde. Allerdings kann es nicht sein, dass eine Mannschaft, gespickt mit Nationalspielern, von diesem einen Franzosen abhänig ist. Der Rest des Mittelfeldes ist auch nicht so schlecht, Schweinsteiger ist eigentlich ein guter Mitläufer auf der Außenbahn, kommt aber in Abwesenheit von Ribéry und Bommel, wie in Mainz, nicht mit der größeren Führungsrolle zurecht. Altintop ist eigentlich ein guter Spieler, war aber in Mainz total blass geblieben, von der Bank können dann noch Sosa,Baumjohann und eventuell sogar Müller kommen, aber das ist vielleicht doch zu wenig in der Breite.
Testspiele: Es gab viel zu viele Testspiele, die van Gaal zwar ernst nahm, die aber für die Mannschaft kein richtiger Test war, man denke nur an Pocher. Die einzigsten Härtetests gab es beim T-Home und Audi Cup, der ja nicht einmal so schlecht verlief, jedoch sollte man die unwichtigen Tests wie Görlitz usw. deutlich verringern, es lag aber nicht in der Hand von van Gaal dies zu regeln.
Einstellung: Was hört man da in den Interviews? “Uns hat die richtige Einstellung gefehlt!” Genau so sah das auch in der ersten Halbzeit aus, doch wie kann es sein, dass eine Mannschaft, die noch keinen Sieg auf dem Konto hat und weis, worauf es an kommt, die richtige Einstellung nicht auf den Platz bringt - eigentlich die Sache des Trainers. Viellleicht liegt es aber auch daran, dass der Konkurenzdruck in diesem neuen FC Bayern so hoch ist, dass die meisten Spieler Angst haben Fehler zu machen, sie trauen sich nichts zu und dadurch wirken sie passiv und unbeteiligt, was am besten an unserem Freund Tymochchuk zu sehen ist, der kaum mal einen Pass vor den Ball spielt, immer quer oder wieder zurück. Nur van Bommel, Lahm und vielleicht Gomez sind bei dem Trainer gesetzt - vielleicht ein Problem.
Fazit: In München muss noch einiges passieren, will man nicht wie letztes Jahr ohne Titel bleiben, denn der Kader ist mitlerweile einfach nicht mehr deutlich der beste, wie in den letzten Jahren. Andere Teams haben deutlich aufgeholt und wenn es dann den Bayern an der Einstellung oder am Vertrauen fehlt, dann kann ihnen jeder Gegner gefährlich werden, aber wenn sie mal in Tritt kommen und sich die erste Mannschaft kristalisiert hat, werden sie trotzdem wieder ganz oben landen.
Kommentatorenbewertung
Objektivität vs. Subjektivität
Ein Kommentator muss immer objektiv sein und das Spiel neutral begleiten und auch bewerten. Gestern habe ich die Begegnung Dortmund gegen Stuttgart mit Marcus Lindemann gesehen. Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass er Anhänger von Borussia Dortmund ist, also ist es schon nicht optimal, wenn er ein Spiel dieses Clubs kommentiert. Es ging gestern 1:1 aus, aber der Unterschied, wie bei den beiden Toren gejubelt wurde, machte den meisten Zuschauern klar, wem der Kommentator doch die Daumen drückte, er jubelte beim Ausgleich der Stuttgarter überhaupt nicht. Sicher ist es schön, als Dortmund Fan diesen Kommentator zu hören, jedoch wünsche ich mir in Zukunft doch mehr Objektivität, denn das ist das oberste Gebot eines Kommentators, außer vielleicht, bei WM,EM und Champions League, da habe ich nichts gegen einen parteiischen Kommentar pro Deutschland, aber bitte nicht innerhalb der Bundesliga.
Marcus Lindemann — 6
Günter Peter Ploog — 7
Sigi Heinrich — 7
Dirk Thiele — 7
Wilfired Hark — 8
Ralf Scholt — 6
Interessante Ereignisse am 24. August (Montag)
1860 München - Karlsruhe (2. Bundesliga) 20:15
Kommentator Sky: Karsten Petrzika
Kommentator DSF: Thomas Herrmann
Liverpool - Aston Villa (Premier League /Sky) 21:00
Kommentator: ??? (Mein Tipp: Marco Hagemann)
Deutschland - Norwegen (Frauen EM ) 15:50
Kommentator ARD: Bernd Schmelzer
Kommentator ESP: Andreas Jörger